Tief ins Fleisch

Ich hatte heute nichts weiter vor. Deshalb habe ich mir gegen Mittag mit dem Brotmesser tief in den rechten Oberschenkel geschnitten.

Schon klar, keine lebenswichtigen Organe und so. Aber dennoch: geblutet hat es wie Sau und wehgetan auch. 

 

Doch der Blick in mein Innerstes entschädigte mich dafür. Viele kleine emsige Männchen liefen eifrig in meinem Muskel hin und her. Sie trugen ein ledernes Wams und abgewetzte Schuhe mit hohen Absätzen.

 

Plötzlich küssten sich zwei der Männchen inniglich. Zwei andere begannen mit namenlosen Verrichtungen.

 

"Verflucht, eine Schwulenbar in meinem Bein!", dachte ich und nähte die Wunde hastig wieder zu. Ich schwor mir, keiner Menschenseele etwas davon zu erzählen.

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